Die Stadt - Geschichte
Eine erste keltische Siedlung lag in der La-Tène-Zeit auf dem Altstadthügel mit einem Donauhafen in Höhe des heutigen alten Rathauses. Dieses keltische Oppidum Boiodurum wurde im ersten nachchristlichen Jahrhundert von den Römern erobert und Teil der Provinz Raetia. An der Stelle des heutigen Domes entstand das römische Kastell Batavis (Castra Batava) als Teil der Limesbefestigung. Der Name Batavis leitet sich von den zunächst dort stationierten germanischen Söldnern vom Stamm der Bataver ab. Aus Batavis entwickelte sich der heutige Name Passau. In der späten Kaiserzeit entstand am anderen Innufer in der römischen Provinz Noricum das Kastell Boiotro, das bis zum Abzug der Romanen Bestand hatte.
Im Jahr 476 verließen die Römer die Region. Die Bajuwaren errichteten auf der Halbinsel eine Herzogsburg. Bereits im Jahr 739 war Passau Bischofssitz, zu dieser Zeit wurde auch das Kloster Niedernburg gegründet, welches über große Ländereien im Einzugsbereich der Ilz verfügte. Im 11. Jahrhundert war dort Gisela, Schwester des Kaisers Heinrich II. und Witwe des Königs von Ungarn, Stefan I., Äbtissin. Als 999 vom Kaiser die weltliche Herrschaft über die Stadt dem Passauer Bischof Christian übertragen wurde, endete die Vorherrschaft des Klosters. Zwischen 1078 und 1099 verloren die Passauer Bischöfe vorübergehend die Herrschaftsrechte über die Stadt an die neugeschaffene Burggrafschaft Passau und den von König Heinrich IV. eingesetzten Grafen Ulrich. Nach dessen Tod, fielen die Rechte zurück an die Bischöfe.
In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war das Passauer Schmiedehandwerk bedeutsam. 1217 wurde Passau zum Fürstbistum. Das Kloster Niedernburg, das dem Bischof 1161 von Friedrich I. Barbarossa geschenkt wurde, wurde zum Sitz des Fürstbistums. Passau erhielt 1225 Stadtrechte verliehen. Es gab mehrere Aufstände der Bürger gegen die Herrschaft der Fürstbischöfe, zuletzt 1367/68, die aber allesamt scheiterten. Andererseits entwickelte das Bistum einen beträchtlichen Wohlstand und weckte immer wieder Begehrlichkeiten bei den Nachbarn Bayern und dem Herzogtum Österreich.
1477 wurde in Passau dem Christen Christoph Eysengreißheimer vorgeworfen, er habe den jüdischen Feinden des Heilands acht gestohlene Hostien verkauft, die diese dann gemartert hätten. Die Angeklagten wurden inhaftiert, gefoltert und nach Geständnissen teils enthauptet, sofern sie sich vorher taufen ließen, teils mit glühenden Zangen zerfleischt und verbrannt.
Passau ist der Entstehungsort des Ausbunds, des ältesten bis heute noch bei den Amischen benutzten Gesangbuchs des Protestantismus. Seine Kernsammlung entstand zwischen 1535 und 1540 im Verlies der Passauer Burg. Die Autoren waren inhaftierte Täufer. Einige von ihnen verstarben bereits während der Gefangenschaft. Die meisten der gefangenen Täufer erlitten im Anschluss an die Haftzeit den Märtyrertod. Die gedruckte Erstausgabe trägt den Titel: Etliche schöne christliche Gesäng wie sie in der Gefengkniß zu Passau im Schloß von den Schweizer Brüdern durch Gottesgnad gedicht und gesungen warden. Ps. 139.
1552 wurde in der Stadt der Passauer Vertrag geschlossen, der ein Wegbereiter für die Tolerierung der Konfessionen im Augsburger Religionsfrieden war.
Bildurheber: wikipedia Hochwasser in Passau 1954: Der Schaiblingsturm 5 m unter Wasser | Bildurheber: wikipedia Hochwasser in Passau 1954: Hafenhallen an der Donau |
1622–33 wurde die Philosophisch-Theologische Hochschule gegründet. 1676 fand in Passau die sogenannte Kaiserhochzeit von Leopold I. und Eleonore von Pfalz-Neuburg statt. Die Stadt wurde mehrmals von Überschwemmungen und Bränden heimgesucht. 1662 legte ein Brand die gesamte Stadt in Schutt und Asche. Italienische Baumeister (Carlone und Lurago) bauten die Stadt danach wieder auf und gaben der Stadt ihr heutiges südländisch anmutendes barockes Aussehen. 1786 erschien die erste Passauer Zeitung. Passaus Zeit als selbständiges Fürstentum endete mit der Säkularisation 1803, wodurch es zu Bayern kam. 1821 wurde die Stadt wieder Bischofssitz. Von 1806 bis 1839 war Passau Hauptstadt des Unterdonaukreises. 1860 wurde die Eisenbahnlinie nach Straubing eröffnet. 1870 wurde St. Nikola eingemeindet, 1909 Haidenhof und 1923 Beiderwies.
Von 1935–1945 war Passau ein wichtiger Standort der Wehrmacht. In der Stadt lagen vor allem Einheiten der Infanterie. Außerdem lagen in Passau starke Flak-Kräfte, so in den Teilorten Kachlet und Doblstein.
Seit 1942 befand sich in Passau ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau. Die Häftlinge wurden beim Bau eines Unterwasserkraftwerks beim heutigen Stausee Oberilzmühle eingesetzt. Ab November 1942 unterstand dieses Außenlager dem KZ Mauthausen, welches im März 1944 die Außenstelle Passau II und im März 1945 die Außenstelle Passau III eröffnete. Die Häftlinge wurden hier in den Waldwerken Passau-Ilzstadt und bei der Bayer. Lloyd zum Entladen von Schiffen eingesetzt.
Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Grubweg, Hals, Hacklberg und Heining sowie der südliche Teil der Gemeinde Kirchberg vorm Wald (mit dem Dorf Schalding links der Donau und dem Weiler Minihof) in die Stadt Passau eingemeindet, wodurch das Stadtgebiet von 20 auf 70 Quadratkilometer wuchs und die Einwohnerzahl um 40 % auf 50.000. Grubweg, Hals, Hacklberg und Heining wurden neue Stadtteile, und der eingemeindete Teil von Kirchberg vorm Wald wurde dem neuen Stadtteil Hacklberg zugeschlagen. Seit 1978 ist Passau Universitätsstadt. Die Universität erfreut sich insbesondere in den Bereichen Jura, Betriebswirtschaftslehre und Informatik eines guten Rufes.
1980 wurde die Stadt Passau mit dem Europapreis für ihre Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. 1993 überschritt Passau die Marke von 50.000 Einwohnern. Es ist das Oberzentrum der Region Donau-Wald.
Passau im Web
FDP Passau - Geschichte
Vorsitzende Passau-Land bis 1991 Ernst Waldemar 1991-1993 Rahn, Eckehard 1993-1997 Frankenberger, Fritz 1997-2004 Strauch, Karl Otto. Schmidt, Hermann
Wallfahrtskirche und Paulinerkloster MARIAHILF ob PASSAU - Geschichte ...
Offizielle Internetseite der Wallfahrtskirche Mariahilf in Passau - Geschichte (1) ... Die Bischofsstadt Passau ist seit alters her ein Zentrum des religiösen Lebens für Bayern ...
Passau in den Blogs
Wie ein 20-Jähriger einen Verlag demontiert at JakBlog
Womit wir allmählich zum zweiten Teil der Geschichte kommen. In Passau sitzt ja auch die große PNP, ein Regionalblatt mit einer Auflage von rund 170.000 und in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets ein klassischer Monopolist. ...
Quelle: JakBlog | Eintrag entfernen
Universität Passau: Klima, Ökonomie und Politik – Neue Facetten ...
Im Rahmen des Forschungsprojektes "Region im Umbruch" (RIU), an dem die Professur für Alte Geschichte (Prof. Dr. Oliver Stoll) der Universität Passau beteiligt ist, wird in der römischen Villenanlage von Reinheim im Saarland vom 16. bis ...
Quelle: Universität Passau: Aktuelle Meldungen | Eintrag entfernen
Hans Fricke – Offener Brief an Lothar de Maizière („Unrechtsstaat ...
mit Genugtuung habe ich (79, parteilos) von Ihrer Erklärung gegenüber der Passauer Neuen Presse Kenntnis genommen, wonach die DDR „kein vollkommener Rechtsstaat“, aber auch „kein Unrechtsstaat“ gewesen sei. ... Obwohl ich erst im Zusammenhang mit Ihrer o.g. Erklärung von Ihrem im September erscheinenden neuen Buch „Ich will, dass meine Kinder nicht mehr lügen müssen“- Die wahre Geschichte der Wiedervereinigung: Meine Geschichte der deutschen Einheit - erfahren und es ...
Quelle: Der BRD Schwindel | Eintrag entfernen
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Info
- Bundesland: Bayern
- Regierungsbezirk: Niederbayern
- Landkreis: Kreisfreie Stadt
- Stadtgliederung: 8 Stadtteile
- Höhe: 294–447 m ü. NN
- Fläche: 69,58 km²
- Breitengrad: 48° 34′ N
- Längengrad: 13° 28′ O
- Postleitzahlen: 94032–94036
- Kfz-Kennzeichen: PA
- Einwohner: ca. 50 741
- Bevölkerungsdichte: 729 Einwohner je km²
- Gemeindeschlüssel: 09 2 62 000
- Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 2–3
94032 Passau - Website: www.passau.de